Operation Titelverteidigung I

Für die Damen des BHC geht es am Wochenende in Hamburg um die Titelverteidigung der Deutschen Meisterschaft. Favorit sind die Berlinerinnen allerdings nicht.

Bis zum letzten Spieltag musste der BHC um die Teilnahme am Final4 zittern. Erst durch den Sieg des UHC beim direkten Konkurrenten aus München konnte der neunfache deutsche Meister das Ticket für die Endrunde buchen. Es war eine schwierige Saison für das Team aus der Hauptstadt. Jahr eins nach Natascha Keller, das Ende einer Ära. Die erste Spielzeit ohne eine der besten deutschen Hockeyspielerinnen aller Zeiten. Aber die Mannschaft von Trainergespann Dennis Gebhard und Carsten Zilkenat hat den immensen Qualitätsverlust einigermaßen kompensieren können und baut am Wochenende vor allem auf die Nationalspielerinnen Lena Jacobi und Katharina Otte. Nur mit einer geschlossen Mannschaftsleistung können die Berlinerinnen am Wochenende überraschen.

Experten würden dem BHC wohl eher krasse Außenseiterchancen ausrechnen. Denn im Halbfinale trifft man auf die Damen vom Uhlenhorster HC, die sich Ihren Halbfinalgegner mit dem Sieg in München quasi ausgesucht haben. Die Uhlen waren neben Rot-Weiss Köln das dominierende Team in der Hauptrunde. Aber auch hier hat eine neue Zeitrechnung angefangen. Das Jahr eins nach Trainer Kais al Saadi, der das Herrenteam übernommen hat. Neuer Chef auf der Bank ist Claas Henkel. Der ehemalige Übungsleiter der MSC-Herren hat einen Kader gespickt mit Nationalspielerinnen übernommen. Mit Lisa Altenburg, Eileen Hoffmann, Marie Mävers, Jana Teschke und Kristina Hillmann befinden sich gleich fünf Spielerinnen in der Truppe des UHC, die von Bundestrainer Jamilon Mülders für die Weltmeisterschaft in Den Haag nominiert worden sind. Die Hamburgerinnen sind bei ihrem Heimspiel am Wesselblek ein ganz heißer Kandidat auf den Titel.

Spätestens im Finale hätten die Damen von Rot-Weiss Köln etwas dagegen. Die Damen aus der Domstadt haben noch eine offene Rechnung mit den Uhlen zu begleichen. 2011 verlor Köln das Finale um die Deutsche Meisterschaft an gleicher Stelle gegen die „Babyblauen“. Jetzt möchte die Truppe von Coach Markus Lonnes der UHC-Party einen Strich durch die Rechnung machen. Die Rot-Weissen bestechen durch einen ausgeglichen Kader. Zwar kann man mit Hannah Gablac nur eine aktuelle Nationalspielerin aufbieten, doch hat Köln mit Inga und Lea Stöckel oder Franzisca Hauke sehr talentierte Spielerinnen in seinen Reihen. Nach einer überragenden Hinrunde ist der vierfache Deutsche Meister Favorit in seinem Halbfinale gegen den Club an der Alster.

Die Damen aus Hamburgs Innenstadt sind jedoch immer für eine Überraschung gut und ein extrem gefährlicher Gegner. Mit Shootingstar Anne Schröder haben die Norddeutschen zwar nur eine Nationalspielerin auf dem Platz, doch ist der Kader unter anderem mit Lea Loitsch, Tina Schütze oder Katharina Scholz, mit sehr erfahrenen Spielerinnen bestückt. Trainer Jens George möchte endlich den lang ersehnten Feldtitel mit seinen Damen einfahren. Aber für Alster gilt das gleiche wie für den BHC. Sie sind krasse Außenseiter in ihrem Semifinale. Trotzdem müssen erst einmal siebzig Minuten gespielt werden. In K.o.-Spielen ist alles möglich und erst am Sonntag wird Klarheit darüber herrschen, wer die Schale und das begehrte blaue Dreieck in den Hamburger Himmel strecken darf.

 

 

Adrian von der Groeben